„Let´s get lost“ … im Land der 1.000 Hügel

Gemeinsam mit dem Boten aus der Buckligen Welt machen wir uns jeden Monat auf die Suche nach vergessenen Orten, verlassenen Gebäuden oder interessanten Baudenkmälern mit Geschichte und Geschichten. Warum wir das tun und wo wir schon überall waren erzählen wir Euch hier ein wenig …

Die Leidenschaft für vergessene und verborgene Orte

„Let´s get lost“ – lass uns verloren gehen! Diese Songzeile eines unserer Lieblingslieder könnte das Motto dieser besonderen Leidenschaft von „Bucklige Weltreisen“ sein:

Let’s get lost…
All right, all right
Let’s get lost…
All right

You know
A place
Where we can go …

Aus „Let´s Get Lost“ von dEUS, 1994

Manche Vorlieben, Hobbies und Leidenschaften begleiten einen ein Leben lang. Wer schon als Kind gerne gemalt hat, gräbt diese Begeisterung womöglich viele Jahre später wieder aus, um sich dabei ein wenig Zerstreuung und Ablenkung vom stressigen Alltag zu verschaffen. Unser Hobby zu diesen Zwecken heißt Urban Exploration oder Urban Exploring (kurz: Urbex/Urbexing) – und begleitet uns auch schon seit Kindertagen!

Mariahaus (1)
Ausgleich und Entspannung beim Erkunden alter Mauern

Darunter versteht man gemeinhin, dass sich Menschen auf Erkundungstouren zu besonderen Orten, verlassenen oder leerstehenden Gebäuden begeben, um diese zu erforschen und entdecken. Der große Unterschied zum „Sightseeing“ alter Baudenkmäler besteht darin, dass einem alles andere als Menschenmassen begegnen, im Gegenteil: Diese Orte sind oft seit Jahrzehnten verlassen und weithin in Vergessenheit geraten – man hat sie also ganz für sich! Weil diese Orte für die meisten Menschen „verloren“ und aus Alltag gefallen sind, werden sie auch oft „Lost Places“ genannt.

Viel Verborgenes wurde bisher entdeckt!

Ein weiterer großer Unterschied: Oft ist über diese Orte wenig bis nichts bekannt, also ist ein gutes Maß an Neugier und Forschergeist nötig. Recherche, Befragungen, Heimatliteratur oder Informationen von Gleichgesinnten sind oft die einzigen Wissensquellen. Es sind meist ganz alltägliche Orte, an denen gewohnt, gearbeitet, gelebt wurde: Alte Bauernhäuser, ehemalige Arbeitsstätten, aufgelassene Kinos, geschlossene Hotels oder Pensionen.

Hotel (40)
„Es war einmal…“ steht am Anfang vieler Geschichten über vergessene Orte

Manchmal sind sie gut erhalten, aber unbelebt, aus dem Alltag gefallen und in einem wahren „Dornröschenschlaf“. Manchmal sind sie aber auch im grünen Dickicht einfach sich selbst überlassen … und doch ist es uns immer wieder gelungen, Informationen aus erster Hand zu bekommen, Historisches zu recherchieren und so etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Zahlreiche Geschichten von „verlorenen“ oder auch nur gut versteckten Orten in der Buckligen Welt konnten wir bisher erzählen. Die schönsten und spannendsten bisher wollen wir Euch hier kurz in Wort und Bild vorstellen. Mehr Infos zum jeweiligen Ort findet Ihr im entsprechenden Online-Artikel im „Boten aus der Buckligen Welt“ – jeweils aufrufbar per Link unter den Bildern:


  • Erinnerungen an das alte Kino in Kirchschlag

Der erste Ort, über den wir berichten durften war gleich besonders interessant: Das alte und seit Jahrzehnten geschlossene Kino in Kirchschlag. Nach dem langen Leerstand und teilweisen Verfall war bald gewiss, dass das Gebäude früher oder später einem modernen Neubau weichen muss. Nach dem Abriss im Herbst 2018 existieren nur ein paar Relikte im Stadtmuseum, unsere Bilder und die Erinnerungen in der Geschichte dazu …

Link zum Online-Artikel im „Boten aus der Buckligen Welt“

  • Neues Leben im ehemaligen Hotel Friesl in Aspang

Das altehrwürdige Hotel Restaurant Friesl war lange Zeit die erste Adresse am Platz vor dem Aspanger Bahnhof. Die historische Fassade erinnert noch an die große Zeit der Sommerfrische, in der es 1911 eröffnet wurde. 2010 wurde der Hotelbetrieb eingestellt, im Jahr 2018 begann man dem Gebäude ein neues Leben einzuhauchen: Es wurde als Wohnhaus um- und ausgebaut, davor durften wir noch einen Blick hineinwerfen:

Link zum Online-Artikel im „Boten aus der Buckligen Welt“

  • Das Hotel Mönichkirchner Hof im Dornröschenschlaf

Ein weiteres Hotel wurde wenig später besucht, diesmal aber mit einer besonderen Geschichte: Wenn man in der Hotelküche steht, wo die eigene Oma in den 1940er-Jahren als Küchenhilfe gearbeitet hat, ist das schon ein besonderes Erlebnis. Zumal Oma auch das Rezept der „Familien-Torte“ von dort mit in die Familie gebracht hat! Das Sommerfrische-Hotel direkt am Bahnhof Mönichkirchen wartet noch auf eine sinnvolle neue Nutzung:

Link zum Online-Artikel im „Boten aus der Buckligen Welt“

  • 100 Jahre Kurhaus „Weißes Kreuz“ im Luftkurort Hochegg

Vor der prächtigen Jugendstilfassade des alten Kurhauses sind wir schon oft staunend gestanden und haben die farbenfrohen Säulen der Liegeterrassen betrachtet. Als sich dann auch die Tore für einen Besuch des 100 Jahre alten Gebäudes öffneten war dies ein Eintauchen in eine andere Welt. Endlich konnten wir den Ort besuchen, von dem aus viele Ansichtskarten unserer historischen Sammlung geschrieben wurden:

Link zum Online-Artikel im „Boten aus der Buckligen Welt“

  • Die Wiedergeburt des „Mariahauses“ im Ofenbachgraben

Manch ein „Lost Place“ ist so richtig „lost“: Einerseits gut versteckt, also so richtig verloren gegangen, andererseits in einem Zustand, dass er bald für immer verloren sein könnte. Dass solche Orte mit viel Einsatz und Herzblut auch wiederbelebt werden können, zeigt das „Mariahaus“ besonders schön. Nach vielen Jahrzehnten des Leerstands kehrte neues Leben in das schmucke Häuschen bei Thernberg ein:

Link zum Online-Artikel im „Boten aus der Buckligen Welt“

  • Auf den Spuren eines alten Handwerks – die letzte Gerberei

Besonders spannend sind Zeitzeugen eines Arbeitsalltags, der in unserer heutigen, modernen Zeit nahezu unvorstellbar erscheint. Fabriken, alte Bauernhäuser und Betriebe erzählen von schwerer, mühsamer Arbeit. Aber auch von Berufen, die es als Handwerk gar nicht mehr gibt oder die inzwischen gänzlich ausgestorben sind. Eine alte Gerberei zu besuchen ist dann wie ein Eintauchen in eine andere Welt:

Link zum Online-Artikel im „Boten aus der Buckligen Welt“

  • Die wundersame Reise des „Tannbauern“ zu Krumbach

Wenn alte Gebäude saniert und somit der Nachwelt erhalten bleiben, freut uns das immer besonders. Ein Haus in der Buckligen Welt ist dafür sogar umgezogen, um sich in neuer Nachbarschaft staunenden BesucherInnen präsentieren zu können. Der über 500 Jahre alter Bauernhof „Tannbauer“ wurde ins Museumsdorf Krumbach übersiedelt und erstrahlt dort nun in „neuer alter“ Pracht:

Link zum Online-Artikel im „Boten aus der Buckligen Welt“

  • Denkmal der Gemütlichkeit: Das Gasthaus Karner in Bad Erlach

Und dann gibt es Orte, die schon länger leer stehen – und doch sieht es auch als wäre erst gestern die Zeit stehen geblieben. Zum Beispiel ein altes Dorfwirtshaus, wo es noch genauso aussieht wie in der guten (oder zumindest: gemütlichen) alten Zeit. Als wäre am Stammtisch gestern noch Karten gespielt, als wäre am Fernseher eben noch unter gemeinsamem Jubel ein Fußballmatch angeschaut worden:

Link zum Online-Artikel im „Boten aus der Buckligen Welt“

  • Auf historischen Spuren im Wehrobergeschoß der Pfarrkirche Edlitz

In unserem Heimatort Edlitz haben wir nach vielen Jahren endlich einen Ort besucht, der bislang verborgen über unseren Köpfen lag: Das Wehrobergeschoß der Edlitzer Kirche erinnert an bedrohliche Zeiten, als nur die dicken Kirchenmauern den DorfbewohnerInnen Schutz vor Eroberern boten. Alles Wissenswerte bietet die Wehrkirchendokumentation im Haus gegenüber der Wehrkirche – der wehrhaft ausgebaute Dachstuhl der Kirche erinnert bis heute daran:

Link zum Online-Artikel im „Boten aus der Buckligen Welt“

  • Die letzte der sieben Mühlen: Die Doplermühle in der Spratzau

Eine weitere Seltenheit in der Region durften wir wenig später besuchen: Eine noch vollständig erhaltene Mühle! In der Spratzau bei Lichtenegg gelegen ist sie die letzte noch funktionstüchtige in diesem „Tal der sieben Mühlen“. Der Eigentümer – selbst gelernter Müller – bot uns Einblicke in ein beinahe vergessenes Handwerk und erzählte viel Wissenswertes aus dem Alltag in der Lohn- und Umtauschmühle:

Link zum Online-Artikel im „Boten aus der Buckligen Welt“

  • „Zimmer frei!“ in der alten Sommerfrische-Pension im Pittental

So oder so ähnlich heißt es in dieser verlassenen Sommerfrische-Pension schon seit August 1968 – zumindest wenn man der Kurier-Ausgabe in Zimmer Nr. 3 Glauben schenken mag. Wir haben für eine Sommerausgabe nicht nur dieses atemberaubend verfallende Gebäude, sondern auch das Phänomen „Sommerfrische“ in der Buckligen Welt näher betrachtet:

Link zum Online-Artikel im „Boten aus der Buckligen Welt“

  • Einzigartig und gut versteckt: Die Felsenkirche in Pitten

Auf der Suche nach verborgenen Orten in der Buckligen Welt stößt man nicht nur auf gut versteckte und/oder verfallende Häuser. Manchmal ist auch eine richtige kulturhistorische Besonderheit dabei – so wie die Felsenkirche in Pitten! Diese versteckt sich in der Felswand hinter der barocken Bergkirche und dürfte eine der ältesten christlichen Kultstätten der Region sein:

Link zum Online-Artikel im „Boten aus der Buckligen Welt“

  • „Let´s get lost“ – auch anderswo: Im verzauberten Südbahnhotel

… und dann ging im Rahmen der Serie im „Boten aus der Buckligen Welt“ auch noch ein großer Traum in Erfüllung: Wir durften einmal ein wenig über die Grenzen der Region hinausblicken und eine Zeitreise ins altehrwürdige Südbahnhotel am Semmering unternehmen! Das seit Jahren leerstehende Grand Hotel mit seiner einzigartigen Atmosphäre ist eine weit und breit unvergleichliche Schönheit im Dornröschenschlaf:

Link zum Online-Artikel im „Boten aus der Buckligen Welt“

 

Es gibt noch jede Menge spannender und verborgener Orte in der Buckligen Welt und Umgebung zu entdecken – unsere Liste mit interessanten Objekten wird eher länger als kürzer! Aber: Wir kennen natürlich nicht jede Ecke und wissen nicht immer, welche Sehenswürdigkeiten sich manchmal hinter altem Gemäuer verbergen.

Daher lautet unser Wunsch, unsere Bitte an Euch: Wenn auch Ihr spannende Gebäude (und im Idealfall den Eigentümer…) kennt – lasst es uns wissen – gerne per Mail an buckligeweltreisen@gmail.com oder Kommentar zum Artikel!

 

In diesem Sinne: „Let´s get lost …“

Wir freuen uns auf Eure Tipps!!!

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